Tim Breukers

 

Tim Breukers  (Tilburg 1985) stammt aus einer Künstlerfamilie. Seine Mutter ist Malerin, sein Vater Musiker, seine Schwester geht der Ausbildung an der Akademie nach. Er selbst wurde nach seiner Schulausbildung in Tilburg und Den Haag weiter an der Rijksacademie in Amsterdam ausgebildet. Und jetzt, in der Ausstellung Natura 2017 im Kloster Bredelar, orientiert er sich an den Werken des Bildhauers Sjoerd Buisman.

„Die Figuren von Sjoerd Buisman im Leben von Tim Breukers” nennt er seine Installation. Diese soll bis zur Woche vor der Eröffnung am 19. August 2017 Gestalt annehmen. In seiner Installation möchte er Bezug nehmen auf wichtige Orte seines Lebens, die Einfluss auf sein Dasein als Künstler ausübten. Dies sind u. a. der Hauptbahnhof von Tilburg, die Akademie in Amsterdam, das Keramik-Zentrum in Eindhoven und die Artists-Residence in Seoul, Südkorea.

Die Kernfrage lautet für Tim: Was macht man mit Skulpturen? Anders gesagt, was ist die Bedeutung und wie wird damit umgegangen? Er sagt: „Wenn Sie eine Antwort auf diese Frage suchen, ist es möglicherweise am besten, die Skulptur aus ihrem ursprünglichen Kontext zu holen und sie in einer neuen Umgebung zu platzieren“.

Er spielt nun mit der Idee, Bezug auf das Werk von Sjoerd Buisman zu nehmen, in Form von Modellen dieser wichtigen Orte. So erhalten sie einen richtigen Ort in seinem Leben und in seiner Entwicklung als Künstler.

Die Vergangenheit und die Gegenwart gehen zweifelsohne ineinander über. Einerseits werden die Figuren von Sjoerd Buisman in neues Licht gerückt, indem sie in einen anderen Zusammenhang gebracht werden, andererseits bekommen die Erinnerungen von Tim Breukers einen neuen Akzent, indem sie mit der Atmosphäre von Sjoerds Figuren erfüllt werden.

Die folgende Aussage, die Tim machte, als er sich mit einem Packen Ton beschäftigte, zeigt eine klare Übereinstimmung mit der Arbeit von Sjoerd: „Das Material ist der Ausgangspunkt, aber nicht die Form: man versucht nicht das Material in eine Form zu zwingen. Mein Vater improvisierte immerzu auf seinem Akkordeon und das stellt für mich die Realität dar. Während des Arbeitsprozesses möchte ich noch etwas verändern können.“

Alleinstehende Figuren macht Tim nahezu keine. Das ist für ihn nicht zeitgemäß. Es ist mehr ein Gefühl der Improvisation und von Jazz, das seine Installationen kennzeichnet, oft errichtet aus modernen, vergänglichen Materialien, wie Bauholz und Plastik. Auf den ersten Blick fast wüst, sind sie bei näherem Hinsehen doch gefühlvoll und bedeutungsreich.

Wie überraschend die Installation sein wird, können wir erst an der Eröffnung der Ausstellung im August sehen. Das vorherige ‚Tribut an Julian Coco‘, vor 2 Monaten im Hotel Mariakapel in Hoorn, stellte ein passendes visuelles Spektakel dar. Wir sind neugierig, auf welche Fährten Tim durch die Konfrontation mit den Werken von Sjoerd Buisman und Arian de Vette geführt wurde, in dieser neuen Umgebung, dem Kloster in Bredelar.

Natura 2017

Die Arbeiten von Tim Breukers

Tim Breukers installatie W350Gedanken, die mich bei der Erstellung der Präsentation im Kloster Bredelar beschäftigt haben.

- Bei meiner Arbeit lassen sich fast immer zwei Seiten ausmachen: Einerseits interessiert mich der skulpturale, monumentale und technische Aspekt, andererseits mag ich ungezwungene, persönliche Elemente wie Scherze und Unordnung besonders. Wenn diese zwei Gegensätze aufeinandertreffen, habe ich das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

- Die Präsentation habe ich in den letzten Tagen meiner Flitterwochen erstellt. Meine Frau und ich waren auf Hochzeitsreise in Ägypten. Wir haben eine einwöchige Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Aswan gemacht, auf der wir zahlreiche Tempel besucht und das Königstal von einem Heißluftballon aus gesehen haben. Das ist der Hintergrund dafür, dass die Präsentation von ägyptischen Themenaspekten und Motiven geprägt ist.


- Die ägyptische Schale
- Auf dem Innenplatz des Klosters Bredelar einen acht Meter hohen Obelisk errichten
- Ich interessiere mich sehr für Brettspiele.

- Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, den Übergang von Sjoerds Arbeit zu meiner Arbeit darzustellen. Sjoerd und ich arbeiten auf sehr unterschiedliche Weise, und wir gehören verschiedenen Künstlergenerationen an. Mit dem Loch in der Mauer fordere ich Sie zum Hindurchgehen auf: von Sjoerds Welt hinüber in die Welt von Tim. Von einer Bilderausstellung hinein in eine verborgene Schatzkammer. Das Loch in der Mauer kommuniziert auch mit der übergroßen Darstellung des Brettspiels auf dem Boden: „Die Rache von Tutanchamun“!
- In dem Klumpen Lehm am Ausgang stehen zwei Worte. GIPSPLATO war der Witz, den ich gemacht habe, als Jeroen (der Kurator) aus irgendeinem Grund über Plato zu sprechen begann, während wir Gipsplatten umhertrugen. VOL TETRISSEN war der Scherz, als Jeroen beim Beladen des Transporters gefragt hat, ob ich versuche, den Bus so voll wie möglich zu bekommen.
In dem Raum steht eine architektonische Form aus Holz und schwarzem Plastik, die einem riesengroßen Tetris-Block ähnelt.

- Auf der Textplatte draußen steht DE VOORUIT DENKER (DER VORAUS-DENKER). Der Denker von Rodin ist die Mona Lisa der Bildhauerkunst. Als Bildhauer wollte ich etwas erschaffen, das die ikonische Skulptur übertrifft. Stellen Sie sich vor, Sie sind Jeroen, der Kurator, und Sie könnten nur ein einziges Kunstwerk im Kloster Bredelar zeigen. Welches würden Sie dann auswählen? Den Denker oder den Voraus-Denker…? Genau!

- Meine Frau hatte sich in Ägypten in der Sonne den Rücken verbrannt. Ich bemerkte, dass ich mir mehr Sorgen um sie machte, weil wir nun verheiratet waren. Halb verdeckt von der Textplatte, die draußen hängt, sind ‒ stark vergrößert ‒ die Sonnenbrandblasen abgebildet, die sich auf dem Rücken meiner Frau gebildet hatten.

- Auf den aufblasbaren Säulen drinnen und draußen sind Collagen zu sehen, die ich in Korea gemacht habe. In Korea sind diese Art aufblasbarer Säulen allgegenwärtig, und in manchen Straßen stehen bis zu zwanzig von ihnen mit Werbung für Restaurants, Karaoke-Bars und Massagepraxen.

- Letztes Jahr war ich sechs Monate über den Mondriaan-Fonds als Artist-in-Residence beim MMCA in Korea. Für koreanische Freunde hatte ich als Souvenir holländische Mini-Holzschuhe mitgenommen. Diese sind drinnen auf einem Stoffposter zu sehen.

Die Bass Drum hat den Titel 'Wegen Unfalls keine Vorstellung'. Lesen Sie 'Vorstellung' als 'Auftritt' und 'Vorstellung' als das, was sie darstellt.

- Die Texttafel FUCK VOORUITGANG (FUCK FORTSCHRITT) finde ich auf der Toilette genau am richtigen Ort. Die Fliege auf der Texttafel erinnert an eine Fliege in einem Pissoir.

- Das Bild 'Rock' am Eingangsgebäude war ursprünglich zweimal so hoch. Ich habe es mit einem Hammer verkleinert, um es handlicher zu machen. Keramik kann leicht kaputtgehen, das kann ein Problem sein. Indem ich mit einem Hammer dagegen geschlagen habe, hatte ich das Gefühl, das Problem quasi im Griff zu haben.

- Der Würfel aus Aluminium wurde auf Rat des Werkstattmeisters auf die Seite gelegt. Wenn man den Würfel auf eine bestimmte Stelle legt, können die Luftblasen daran abgleiten. Mithilfe eines technischen Ratschlags blieb der Würfel auf symbolischem Niveau für immer drehen.

- Die Styropor-Form ist skulptural zu verstehen.

Tim Breukers, September 2017

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