17.06.2014 von: Jeroen Damen

Dies schreibt Corrie selbst:

Kleine Bohrer, die an verschiedenen Stellen an den Wänden kleben oder sich sogar ein bisschen eingegraben haben, spähen nach verborgenen Geräuschen. Zilien, Antennen und Fühler fangen Vibrationen auf und senden sie an einen zentralen Filter. Dort werden die Klänge voneinander getrennt. Möglicherweise hören wir dann lediglich die Geräusche aus der ersten Periode des Klosters, und der Rest versinkt in einem schalldichten Beutel.

Wird dieser Flüsterfänger Verborgenes aus dem 12. Jahrhundert offenlegen?

Wird man sich der Überbleibsel bewusst, die man selbst unbemerkt hinterlassen wird?

Wie werden wir selbst in der Zukunft mit rückwirkender Kraft abgehört?"

Dieses Projekt ist bereits seit über einem Jahr aktiv. Mit Corrie habe ich intensive Gespräche geführt über die Frage: Wie formt man aus einer Ausstellung mit so vielen verschiedenen Skulpturen eine Einheit? Im Rahmen dieser Gespräche besuchten wir Kloster Bredelar, wo Corrie unmittelbar von der fühlbar präsenten, jedoch nicht mehr sichtbaren Vergangenheit eingenommen wurde. Dies führte letztlich zu dem Projekt, was sie hier beschreibt und welches aus 25 „Bohrern" (wie sie glaube ich die Flüsterfänger jetzt nennt) und einem zentralen Filter bestehen wird. Dort können wir uns die Geräusche, die die Bohrer auffangen, anhören. Die Bohrer werden unsere Route durch die Ausstellung begleiten und man wird sie an den überraschendsten Stellen vorfinden. Mal werden sie kurz sichtbar, mal halten sie sich im Verborgenen. Aber man sehe sich vor: Sie sind da!

Ich empfehle ihnen, den Text zu lesen, den Corrie im November 2013 schrieb: Eine Ausstellung als visuelles Gedicht. Das wird ihnen dabei helfen, selbst ein Flüsterfänger zu werden!

    über Corrie van de Vendel